Amazon Retargeting in der Praxis: so steigerst du deinen Umsatz mit Remarketing

Max Hohmann
Gründer, amaline GmbH
Veröffentlicht am: 29.10.2022
Aktualisiert am: 04.01.2023

In diesem Ratgeber erfährst du, wie du als Seller oder Vendor mit Amazon Retargeting deinen Amazon-Umsatz effektiv steigerst. Du erhältst einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten von Retargeting und eine effektive Taktik, die du direkt in deinem Unternehmen umsetzen kannst.

Zudem geben wir dir Einblicke in ein Praxis-Beispiel indem die von uns nachfolgend vorgestellte Taktik angewandt wurde – und welche Ergebnisse damit erreicht wurden.

Klicke jetzt im Inhaltsverzeichnis, um zum gewünschten Abschnitt zu gelangen:

 

Grundlagen zum Retargeting auf Amazon

Grundlegend gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten Retargeting-Anzeigen bei Amazon zu schalten:

  1. Sponsored Display Anzeigen über die Advertising Console (Anzeigen-Manager)
  2. Display-, Video- und Audio-Anzeigen über Amazon DSP (Demand-Side-Platform)

Der grundlegende Unterschied ist, dass du in der normalen Advertising Console weit weniger Möglichkeiten in der Aussteuerung von Werbeanzeigen hast als in Amazon DSP.

Allerdings kannst du mit den nachfolgenden Taktiken auch ohne DSP viel erreichen. Die Nutzung von Amazon DSP ergibt nämlich nicht für jede Marke Sinn.

Die nachfolgenden Abschnitte zeigen Aspekte beider Möglichkeiten auf.

 

Wie funktioniert Amazon Retargeting im Detail

Ziel des Retargetings ist es Nutzer wieder anzusprechen, die bereits mit einer Produktdetailseite oder deine Marke interagiert haben.

Amazon setzt hierfür einen Coockie im Browser des Nutzers. Dieser erlaubt es Amazon oder den Werbepartnern von Amazon, diesen Nutzer wieder anhand einer eindeutigen Kennung zu identifizieren.

Auf diese Weise können Werbetreibende, dem Nutzer Produkte wieder anzeigen, die diese noch nicht gekauft hat – oder Nutzern, die bereits gekauft haben, ein anderes Produkt derselben Marke vorschlagen.

Da Nutzer in vielen Märkten statistisch betrachtet mehrere Kontaktpunkte benötigen, um zu kaufen, ergibt es Sinn dem Nutzer Produkte, über die er sich informiert hat, wieder anzuzeigen.

Die Grafik illustriert, dass Nutzer beim Retargeting mehrere Kontaktpunkte mit der Amazon Produktseite haben.

Außerdem können es auch alltägliche Ereignisse sein, die einen Interessenten davon abhalten bei dir zu kaufen – wie zum Beispiel ein schreiendes Kind.

 

Wo werden meine Retargeting-Anzeigen ausgespielt?

Retargeting-Anzeigen können sowohl auf Amazon als auch außerhalb von Amazon angezeigt werden.

Auf Amazon gibt es hierfür Werbeplätze auf den Kategorie- und Suchseiten, auf der Startseite und mehrere Platzierungen auf den Produkt-Detailseiten. Die prominenteste Platzierung ist wohl oben auf der Produktdetailseite oder die unter dem Warenkorb.

Auf dem Screenshot sind Amazon-Display-Anzeigen auf der Produktdetailseite markiert

Auf Kategorieseiten ist die prominenteste Platzierung der Banner links unter dem Produktfilter.

Der Screenshot zeigt eine Amazon Display-Anzeige, wie sie unter dem Produktfilter auf Kategorie- und Suchergebnisseiten angezeigt wird.

Außerhalb von Amazon können Displayanzeigen auch auf Webseiten erscheinen, wie im nachfolgenden Beispiel auf Ebay-Kleinanziegen.

Der Screenshot zeigt eine Amazon Retargeting Anzeige, wie sie außerhalb von Amazon auf externen Webseiten angezeigt wird.

Wenn du deine Anzeigen über Amazon DSP schaltest, hast du diverse zusätzliche Möglichkeiten deine Anzeigen im Internet zu platzieren. Hierzu zählen zum Beispiel Video-Anzeigen, die auf Amazon Prime Video oder bei anderen Werbepartnern eingeblendet werden. Hierzu unten mehr.

 

Vor- und Nachteile von Amazon Retargeting

Amazon Retargeting kann dir als Seller oder Vendor viele Vorteile bringen – vor allem, weil es wenig Marken effizient optimieren.

Die wichtigsten Vorteile sind:

  • Reichweite: Du kannst Nutzer auf und außerhalb von Amazon erreichen. Auf diese Weise kannst du auch Nutzer in Kunden verwandeln, die gar nicht mehr auf Amazon surfen.
  • Werbeumfeld: Nirgends anders kannst du Nutzer mit einem so hohen Kaufinteresse wie auf Amazon erreichen. Einige Studien sprechen von einer 74-prozentigen Conversion-Rate bei Prime-Mitgliedern.
  • Optimiertes Targeting: Amazon schließt Nutzer im Targeting aus, die ein Produkt aus deiner Kategorie gekauft haben, wenn du Nutzer targetierst, die in den letzten 30 Tagen nicht gekauft haben.
  • Bessere Rankings: Mit der richtigen Taktik kannst du Amazon-Retargeting nutzen, um deine Absatzzahlen punktuell stark zu steigern und damit deine Rankings positiv zu beeinflussen.
  • Positives Werbeumfeld: Amazon ist sehr auf seine Brand bedacht und wird Anzeigen auf externen Plattformen deshalb nur in einem seriösen und passenden Werbeumfeld ausspielen.

 

Aber welche Nachteile hat Amazon Retargeting?

Leider sind die Retargeting-Optionen bei Sponsored-Display-Anzeigen stark eingeschränkt. Du kannst zum Beispiel bei DSP den Zeitraum flexibel bis auf 365 Tage erweitern. In der Advertising Console kannst du lediglich eine Zielgruppe wählen, die Nutzer der letzten 30 Tage anspricht.

Zudem gibt es aufgrund einiger fehlender Optionen leider nicht die Möglichkeit das Retargeting-Potenzial voll auszuschöpfen. Zum Beispiel kannst du über Sponsored-Display-Anzeigen die Gebote nicht effizient maschinell optimieren, da du immer nur ein Produkt bewerben kannst – zumindest, wenn du individuelle Werbemittel verwenden möchtest. In der DSP bieten sich mit dynamischen Anzeigenformaten deutlich mehr Möglichkeiten.

Auch Video- oder Audio-Retargeting-Anzeigen sind über die herkömmliche Werbeoberfläche noch nicht verfügbar.

 

Die Effektivität von Amazon Retargeting

Häufig liest man, dass Amazon Retargeting die profitabelste Möglichkeit ist, mehr Kunden über Amazon Werbung zu gewinnen. Dies ist im dort beschriebenen Kontext meist auch richtig.

Allerdings beziehen sich die Autoren hierbei auf die Amazon DSP, bei der in der Regel Outbound-Werbung geschaltet wird. Das bedeutet, dass Nutzer angesprochen werden, die noch nicht konkret nach einem Produkt auf Amazon suchen.

Sponsored Products-Anzeigen, die auf Suchbegriffe ausgerichtet sind, erreichen in der Regel jedoch einen deutlich höheren ROAS (Return on Advertising Spend).

Wie auf folgendem Screenshot zu sehen ist, können Retargeting-Anzeigen trotzdem über Display profitabel laufen.

Der Screenshot zeigt, wie profitabel man mit Amazon Retargeting Kampagne mehr Umsatz erzielen kann.

Je nach Größe des Produktportolios und des Traffics auf den Produkten, können mittels Amazon DSP noch effizienter neue Kunden gewonnen werden.

 

Amazon Retargeting zur Kostensenkung

Dieser Artikel behandelt das Thema Amazon Retargeting bewusst auf die Performance-Marketing-Perspektive. Das heißt, dass dieser Artikel den Fokus direkt auf Profitabilität legt.

Amazon Retargeting kann allerdings auch dazu beitragen die Werbekosten über Sponsored Products Anzeigen oder andere Werbemaßnahmen zu senken.

Ursächlich hierfür ist sicher das Phänomen, dass Menschen dazu neigen Dinge zu glauben, wenn diese öfters wiederholt werden – ebenso haben Interessenten mehr Vertrauen in eine Marke, wenn sie diese öfters wahrnehmen.

The illusory truth effect (also known as the illusion of truth effect, validity effect, truth effect, or the reiteration effect) is the tendency to believe false information to be correct after repeated exposure. This phenomenon was first identified in a 1977 study at Villanova University and Temple University. …Wikipedia, Illusory truth effect, Okt. 2022

Leider bietet Amazon wenig Auswertungswerkzeuge für Seller und Vendoren mit denen sich solche Effekte messen lassen.

In der Praxis schalten wir auch, wenn es sich anscheinend nicht rechnet, immer eine allgemeine Retargeting-Kampagne mit circa 5 Prozent bis 10 Prozent des Accountbudgets.

 

Amazon Retargeting Taktik für Seller und Vendoren

Mit der nachfolgenden Taktik kannst du Sale-Events auf Amazon nutzen, um in Verbindung mit Retargeting deinen Umsatz zu steigern und deine organischen Rankings auf Amazon zu verbessern.

Sale-Events sind zum Beispiel der Prime-Day, Black-Friday oder Cyber-Monday. Es ist wichtig, dass du wirklich große Sale-Events wählst bei denen Amazon viel externes Marketing betreibt. Nur so funktioniert die nachfolgende Taktik wirklich effektiv.

 

Der Sales-Funnel von Amazon

Bevor ein Kunde auf Amazon kauft, durchläuft er meist verschiedene Phasen in der User Journey. Diese kann er sowohl in einer einzigen Sitzung durchlaufen als auch in Sitzungen, die über mehrere Tage verteilt stattfinden.

Das bedeutet, dass ein Nutzer nicht zwangsläufig beim ersten Besuch auf der Amazon-Webseite ein Produkt kauft. Hier kommt dann unsere Retargeting-Taktik zum Einsatz.

Die Grundlegenden Phasen des Kaufs sind die folgenden:

Das Bild zeigt den Amazon Sales Funnel.

  • Awareness (Erkenntnis): In dieser Phase erreicht man den Nutzer das erste mal. Es geht darum beim Nutzer ein Problembewusstsein zu schaffen. Dieses führt dann zum nächsten Schritt.
  • Consideration (Vergleich): In dieser Phase sucht der Nutzer nach einer Lösung beziehungsweise einem Produkt, das er kaufen möchte. Hierbei vergleicht er Produkte miteinander und wägt ab.
  • Conversion (Kauf): Der Interessent hat sich von einem bestimmten Produkt überzeugen lassen und wird zum Kunden – sofern keine verunsichernden Informationen auf der Produktseite ihn abhalten.
  • Loyalty (Bindung): In dieser Phase geht es darum, den Kunden an die eigene Marke zu binden. Dies ist vor allem bei Verbrauchsgütern oder für Marken mit einem breiten Produktportfolio wichtig.

Die ersten drei Phasen können Nutzer auch in einer Sitzung durchlaufen. Nehmen wir zum Beispiel an, du suchst einen Zahnbürstenkopf für deine elektrische Zahnbürste. Meist gibt es nur ein oder zwei Angebote, die zu deiner Zahnbürste passen – deshalb wirst du die Entscheidung schnell treffen können.

Wenn du dir ein sehr teures Produkt wie zum Beispiel einen neuen Grill kaufst, neigst du sicher dazu zu vergleichen und wirst auch andere Webseiten durchstöbern, um dich zu informieren. Die Consideration-Phase zieht sich somit über mehrere Sitzungen.

 

Taktik: Saisonale Events geschickt hebeln

Besonders zu Ereignissen, wie Ostern, Prime Day oder in der Vorweihnachtsphase, stöbern viele Interessenten auf Amazon nach Produkten, ohne zu kaufen. Sie befinden sich in der Ideenfindung (Consideration) für Geschenke – oder möchten einfach Produkte recherchieren, die sie rabattiert an den Sale-Events kaufen können.

Hierbei landen viele zusätzliche Nutzer auf deinen Listings. Wie die nachfolgende Grafik veranschaulicht, sind bei dieser Marke sogar deutlich mehr Nutzer vor dem Prime Day auf den Listings, als am Prime Day selbst – wobei am Prime-Day deutlich mehr gekauft wurde.

Die Grafik zeigt anhand eines Praxis-Beispiels, dass vor dem Prime Day deutlich mehr Nutzer auf den Listings sind als am Aktionstag selbst.

Dieses Nutzerverhalten, können wir uns mit Retargeting auf Amazon zu Nutze machen. Im Grunde verfolgt unsere Taktik diese grundlegenden Schritte:

  1. Retargeting-Kampagne anlegen: 30 Tage vor dem Sale-Event legen wir eine Amazon Retargeting-Kampagne wie unten beschrieben an.
  2. Awareness stärken: 7 bis 14 Tage vor dem Event erhöhen wir die Budgets und Gebote auf unseren gut performenden Kampagnen stark.
  3. Blitzangebote anlegen: Mindestens 14 Tage vor dem Verkaufsereignis erstellen wir Rabatte als Blitzangebot und stellen eine hohe Stückzahl ein.
  4. Budgetregel anlegen: Eine Budgetregel wird dafür sorgen, dass unsere Kampagnenbudgets am Tag des Events bei 100 € oder mehr liegen.
  5. Gebote für Retargeting erhöhen: 2 bis 3 Tage vor dem Event erhöhen wir das Retargeting-Gebot und erhöhen im gleichen Zuge das Kampagnen-Budget schon ein wenig vorab.
  6. Tag des Angebots: Am Tag des Angebots erhalten wir auf diese Weise deutlich mehr Verkäufe und erscheinen dadurch höher in der Suche.
Wichtige Hinweise zur Taktik:
  • Wende diese Taktik auf deine Topseller an. Andere Produkte generieren gegebenenfalls nicht genügend Daten oder scheitern aus anderen Gründen, die es tiefer zu analysieren gilt. Diese Taktik wurde entwickelt, um Stärken zu stärken.
  • Setze die Retargeting-Kampagne 30 Tage vorher mit einem geringen Tagesbudget auf. Du musst ein Gefühl dafür bekommen, wie sich Retargeting-Kampagnen in der Praxis bei deinem Produkt verhalten.
  • Am Sale-Event selbst, kannst du die Gebote ruhig aggressiv auf 3 Euro oder höher setzen. Du wirst dieses Gebot trotzdem nicht ausgeben. Woran das liegt, haben wir bereits in unserem Amazon PPC-Artikel beschrieben.
  • Wähle beim Erstellen nur die Zielgruppe: „Weitervermarktung nach Aufrufen – Beworbene Produkte, Rückblick: 30“ aus. Amazon möchte meist noch ähnliche Produkte bewerben. Diese performen meist aber nicht so gut.


 

Amazon Retargeting-Erfolgsbeispiel

Wenn du diese Taktik umsetzt, kannst du Verkaufsaktionen auf Amazon nutzen, um deine Rankings zu festigen und nutzt die Kaufbereitschaft der Kunden an diesen Tagen perfekt aus.

Am Prime Day 2022 hatten wir diese Taktik das erste Mal umgesetzt und damit beeindruckende Ergebnisse erreicht. Bei einer Marke, die sonst einen Tagesumsatz von circa 2.000 € bis 3.000 € auf Amazon erwirtschaftet, waren wir früh um 11:30 Uhr bereits komplett out of Stock.

Nach Hochrechnungen hätten wir an diesem Tag fast einen gesamten Monatsumsatz erreichen können, wären die Produkte ganztätig verfügbar gewesen – so waren es leider nur 15.000 €.

Durch Amazon Retargeting haben wir Nutzer angesprochen, die sich das Produkt bereits vorher angesehen hatten. Da Anzeigen mit Blitzangeboten am Prime-Day mit einem extra auffälligen Badge versehen werden, hatten wir eine hohe Klickrate, die zu günstigen Klickkosten geführt hat.

Auch die Conversion Rate war deutlich höher, sodass Amazon uns auch organisch an diesem Tag auf Position 1 für das Hauptkeyword des Topsellers gerankt hat – Ansonsten sind wir bei diesem Produkt vorher nie unter den Top 5 gewesen.

Teste es selbst aus und richte jetzt dein Retargeting nach folgender Anleitung ein.

 

Amazon Retargeting einrichten

Rufe die Amazon Advertising Console über den Menüpunkt „Werbung“ > „Kampagnen verwalten“ im Sellercentral auf.

Der Screenshot zeigt, wie du die Advertising Console über das Seller Central aufrufen kannst.

Wähle anschließend den Punkt „Kampagne erstellen“ aus.

Mit dem blauen Button im Anzeigen Manager kannst du eine Amazon PPC Kampagne anlegen.

Wähle im Anschluss den Kampagnen-Typ „Sponsored Display“ aus.

Im dargestellten Menü kannst du in Amazon Ads den Kampagnentyp auswählen. Markiert ist der Typ "Display"

Erstelle deine Kampagne und beachte die Ausfüllhinweise unter diesem Screenshot. Achte auch auf die Felder auf dem Screenshot.

Der Screenshot zeigt wie man eine Retargeting-Kampagne in Amazon anlegen kann.

  • Kampagnenname: Wähle einen Kampagnen-Namen, der dir sofort Auskunft über die wichtigsten Einstellungen der Kampagne gibt. Wir kombinieren diesen aus der Abkürzung des Kampagnentyps, des Produkts samt ASIN, der Ausrichtung (Remarketing/Retargeting) und der eingesetzten Gebots-Strategie.
  • Portfolio: Kampagnen lassen sich leichter überwachen, wenn man diese in Portfolios strukturiert. In der Praxis hat es sich bei uns bewehrt für jeden Topseller ein Portfolio zu erstellen und dort alle Kampagnen zuzuordnen, die das Produkt betreffen.
  • Tagesbudget: Da Retargeting unserer Erfahrung nach nicht immer profitabel ist, wählen wir grundsätzlich ein niedriges Budget von 1 Euro bis 3 Euro. Dieses erhöhen wir dann immer punktuell zu Aktionen über Budgetregeln und manuelle Anpassungen.
  • Anzeigengruppenname: In der Praxis hat es sich bewehrt hier einfach den Kampagnennamen mit dem Zusatz „Group“ zu verwenden. So lässt sich die Anzeigengruppe später besser in Auswertungen filtern oder mit externen Analysetools optimieren.
  • Gebotsoptimierung: An diesem Punkt optimieren wir auf Seitenbesuche. Hintergrund ist, dass wir zu Beginn kaum Conversion-Daten haben und ohne DSP vermutlich auch gar nicht sammeln können. Deswegen ergibt eine Optimierung auf Conversions wenig Sinn.
  • Werbeanzeigenformat: Wähle hier den Typ „Bild“ aus. Das Video-Format ist relativ neu und leider noch nicht in allen Konten verfügbar. Hierzu gibt es einen separaten Artikel. Du kannst dennoch gerne damit experimentieren und wirst bestimmt gute Ergebnisse erzielen.
  • Zu bewerbende Produkte: Füge hier bitte nur ein Produkt hinzu. Wenn das Produkt mehrere Zustände hat (FBA und FBM zum Beispiel), füge diese alle hinzu. Ob du Varianten separierst, hängt davon ab, ob diese gleichartig oder sehr unterschiedlich sind.
  • Ausrichtung: Wähle an dieser Stelle die Ausrichtung auf Zielgruppen aus. In dieser findest du diverse Zielgruppen, darunter auch die Zielgruppen, die wir für das Retargeting benötigen. Die Ausrichtung auf Produkte kannst du in einer separaten Kampagne probieren.
  • Zielgruppen: Entferne hier alle Zielgruppen, bis auf die Zielgruppe „Weitervermarktung nach Aufrufen – Beworbene Produkte, Rückblick: 30“ mit einem Klick auf das kleine Kreuz. Vergib zum Start ein Gebot von circa 50 Cent.
  • Werbemittel: Füge hier dein Logo hinzu und aktiviere die Überschrift. Mit einem Klick auf den Pfeil daneben, kannst du die Überschrift bearbeiten. Setze hier eine Call-to-Action ein, wie zum Beispiel: „Jetzt PROUKTNAME von MARKE kaufen“.

Mit einem Klick auf „Kampagne starten“ schließt du den Prozess ab.

Beachte, dass es einen Moment dauern kann, bis du deine Kampagne im Kampagnen-Manager sehen kannst. Amazon wird diese im Hintergrund zuerst überprüfen und dann freischalten.

Wenn du mehr über die Details zur Erstellung eine Sponsored Display Kampagne erfahren möchtest, lies unseren ausführlichen Ratgeber zu Sponsored Display Anzeigen.

 

Amazon Retargeting-Kampagne optimieren

Nachdem du deine Amazon-Retargeting-Kampagne aufgesetzt hast, musst du diese optimieren, damit diese sich für dich rechnen kann.

Leider hast du im Kampagnen-Manager im Gegensatz zu Amazon DSP nicht viele Möglichkeiten dafür. Gründe sind fehlende Einstellungen und sehr begrenzte Auswertungsmöglichkeiten. Du kannst dennoch verschiedene Werbemittel gegeneinander testen und die Gebote anpassen.

Außerdem kannst du mit der oben vorgestellten Taktik die Kampagnen so optimieren, dass diese zu einem bestimmten Sale-Event mehr ausgespielt werden und so mehr Verkäufe für dich erzielen.

Kampagne für Sale Events optimieren:

  1. Erhöhe die Gebote und das Budget zwei Tage vor dem Sale Event und achte darauf, dass du wirklich Klicks bekommst.
  2. Richte eine Budgetregel ein, die dafür sorgt, dass du zu einem Sale-Event nicht im Budget begrenzt bist.
  3. Erhöhe am Tag des Sale-Events die Gebote aggressiv, zum Beispiel auf 3 Euro pro Klick und stelle so sicher häufig ausgespielt zu werden.
  4. Grenze das Budget nach dem Sale-Event wieder ein und reduziere die Gebote so, dass du gerade noch so Klicks bekommst.

Die Budgetregel richtest du in Amazon Ads auf Kampagnenebene im Menüpunkt „Budgetregeln“ ein.

Der Screenshot zeigt, wo du in Amazon Ads eine Budgetregel anlegen kannst.

Vergib der Budgetregel einen aussagekräftigen Namen, zum Beispiel „Prime Day 2023“ und lege den Zeitraum auf den Zeitraum deines Blitzangebotes fest. Das Budget erhöhst du ausgehend von deinem aktuellen Tagesbudget um einen bestimmten Prozentwert. Je nach Produkt achten wir darauf, dass sich aus der Erhöhung ein Tagesbudget von 100 Euro bis 300 Euro ergibt.

Der Screenshot zeigt wie du eine eventbezogene Budgetregel bei Amazon erstellen kannst.

 

Retargeting-Möglichkeiten in Amazon DSP

In Amazon DSP ergeben sich weitaus mehr Möglichkeiten im Retargeting als im herkömmlichen Anzeigen-Manager. Einen Vorteil bieten zum Beispiel die verschiedenen Datenquellen, die man nutzen kann.

So kannst du in Amazon DSP nicht nur Zielgruppen basierend auf Produktaufrufen erstellen, sondern auch Nutzer ansprechen, die auf Amazon surfen und die gleichen Eigenschaften wie Nutzer auf deiner eigenen Webseite aufweisen. Hierfür bietet Amazon DSP einen Webseiten-Tag an.

 

Targeting-Optionen mit Amazon DSP Retargeting

  • ASIN-Retargeting – Product Views: Spich Interessenten wieder an, die auf bestimmten Produktseiten deiner Marke gestöbert haben.
  • ASIN-Retargeting – Product Purchases: Dieses Targeting dient zur Stärkung der Loyalty-Phase und wird genutzt, um Nutzer nach Produktkäufen zu erreichen.
  • ASIN Retargeting – Product Searches: Sprich Nutzer an, die zur ASIN relevante Keywords eingegeben haben – du kannst diese leider nicht manuell festlegen.
  • ASIN-Retargeting – Brand-Views: Mit dieser Targeting-Option, kannst du Nutzer ansprechen, die ein Produkt einer bestimmten Marke angesehen haben.
  • ASIN-Retargeting – Brand-Purchases: Mit dieser Option, erreichst du Nutzer, die ein Produkt einer bestimmten Marke auf Amazon bestellt haben.
  • ASIN Retargeting – Similarities Product Views (SIM): Sprich Nutzer an, die ähnliche Produkte beziehungsweise gleichartige Produkte, wie die beworbenen, aufgerufen haben.
  • ASIN Retargeting – Competitor Conquesting: Im Gegensatz zum SIM-Targeting, kannst du mit dieser Option konkrete ASIN´s bestimmen, die du targetieren magst.
  • Ratargeting auf Store-Seiten: Anders als bei Display-Retargeting-Anzeigen kannst du in Amazon DSP auch Besucher deines Brand-Stores wieder erreichen.

 

Dynamic E-Commerce Ads auf Amazon DSP

Ein weiterer Vorteil in Amazon DSP sind die vielfältigen Anzeigenformate. So kannst du Nutzer nicht nur über herkömmliche Display-Anzeigen, sondern beispielsweise auch über Audio- und Video-Anzeigen erreichen.

Ein weiteres effektives Anzeigenformat bietet DSP mit Dynamic E-Commerce Ads. Der Vorteil dieser besteht darin, dass Amazon Produkttitel, Preise und andere Informationen dynamisch in die Anzeige einsetzt.

Die Grafik illustriert, dass Informationen in Dynamic E-Commerce Ads bei Amazon DSP aus einer Datenbank dynamisch eingesetzt werden.

Auf diese Weise kannst du eine Retargeting-Kampagne für dein gesamtes Produktportfolio schalten. Dies gibt dir einen Vorsprung gegenüber Advertisern, die normale Displayanzeigen schalten. Aufgrund der hohen Datenmenge bist du so in der Lage deine Gebote effektiv automatisch anzupassen.

Mit den zur Verfügung stehenden Berichten und Werkzeugen hast du außerdem die Möglichkeit deine Grenzkosten zu bestimmen und so deine Budgets dynamisch an sich ändernde Marktsituationen anzupassen.

 

Amazon PPC und DSP kombinieren
In der Praxis lohnt sich der Einsatz von Amazon DSP erst bei großen Marken, die bereits ein erhebliches fünfstelliges bis sechsstelliges Werbebudget bei Amazon investieren. Diese sollten dann allerdings keinesfalls nur auf DSP werben.

Durch die geschickte Kombination beider Welten, bist du in der Lage deine Anzeigen besser auszusteuern. Du kannst zum Beispiel Amazon Sponsored Products-Anzeigen über den Anzeigenmanager schalten und so direkt Abverkäufe erzielen.

Über die DSP modellierst du daraus entsprechende Zielgruppen und nutzt die effizientere Aussteuerung, um Advertiser effizient zu überbieten, die nur der herkömmliche Advertising Console nutzen können.


 

Fazit zu Amazon Retargeting

In der Praxis ist Amazon Retargeting über Display-Anzeigen im Anzeigen-Manager nicht immer die profitabelste Werbemaßnahme.

Dennoch macht es aus Branding-Perspektive und zur Performance-Optimierung des Gesamtkontos häufig Sinn, eine allgemeine Retargeting-Kampagne mit 5 Prozent bis 10 Prozent des Accountbudgets dauerhaft zu schalten.

Mit der in diesem Artikel vorgestellten Taktik, kannst du mittels Amazon Retargeting Aktionen geschickt nutzen, um deine Rankings zu festigen oder sogar zu steigern – und in letzter Konsequenz deinen Umsatz.

Mit der Demand Side Plattform von Amazon kannst du Retargeting-Anzeigen noch effizienter ausspielen. Die Nutzung dieser lohnt sich allerdings erst für Advertiser mit einem hohen fünfstelligen Werbebudget.

Diese sollten jedoch nicht nur auf DSP setzen, sondern beide Werbemöglichkeiten geschickt miteinander kombinieren, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

 

Häufige Fragen zu Retargeting auf Amazon

Nachfolgend findest du die Antworten auf die häufigsten Fragen zu Amazon Retargeting.

 

Was ist Amazon Retargeting überhaupt?

Unter Retargeting versteht man das gezielte Anwerben von Nutzern, die sich bereits ein Produkt auf Amazon angesehen, dieses allerdings nicht gekauft haben. Retargeting kann auf Amazon auch genutzt werden, um Kunden nach dem Kauf von Produkten wieder zu erreichen. Mit speziellen Werbetools ist es auch möglich Besucher des Amazon Brand-Stores anzusprechen.

 

Ab wann lohnt sich Retargeting auf Amazon?

Retargeting ist eine Maßnahme, die man typischerweise dann ergreift, wenn man das Budget von Sponsored Products-Anzeigen so hoch eingestellt hat, dass diese quasi budgetoffen laufen. Auf den Produktdetailseiten sollten sich mindestens 1.000 Nutzer im Monat aufhalten – idealerweise mehr als 5.000. Dieser Wert gilt abhängig von der Werbestrategie produktübergreifend.

 

Was ist der Unterschied zwischen Retargeting und Remarketing?

Zwischen Remarketing und Retargeting gibt es in der Praxis keine klare Abgrenzung. Verschiedene Werbeplattformen verwenden hier verschiedene Begriffe. Allerdings gibt es eine subjektive Unterscheidung. So kann man unter Retargeting das gezielte Ansprechen von Nutzern mittels Anzeigen-Targeting verstehen – und unter Remarketing einen gesamtheitlichen Marketing-Ansatz, der auch das Wiederansprechen von Nutzern über E-Mails, Push und andere Maßnahmen beinhaltet.

 

Wie viel kostet Amazon Retargeting?

Amazon Retargeting wird im Anzeigen-Manager auf CPC-Basis und in Amazon DSP auf CPM-Basis abgerechnet. Im ersten Fall zahlt ein Werbetreibender pro Klick. Die Klickpreise können je nach Marktsegment variieren. Bei der zweiten Variante zahlen Werbetreibende pro tausend Einblendungen. Technisch ist dieser Unterschied allerdings unbedeutend, da Werbeplattformen im Grunde immer auf CPM-Basis Anzeigen bewerten und Gebote bestimmen.

Über den Autor
Max Hohmann
Gründer, amaline GmbH

Max ist Gründer der amaline GmbH. Seit 2016 ist er im E-Commerce tätig. Seine Spezialgebiete sind Amazon-Ads und -SEO. Er übernimmt auch das Projektmanagement für umfangreiche Projekte.

Fordere jetzt deine kosten­lose und unverbind­liche Potenzial­analyse an!